NZZ – Zürcher Startup-Unternehmen mit Weltpremiere: CO2 wird aus der Luft gefiltert

Die Anlage, die heute in Hinwil eingeweiht wurde, ist das Ergebnis langjähriger Forschung – und sie ist ein erster Schritt dazu, die in den letzten Jahren entwickelte Direct-Air-Capture-Technologie zu kommerzialisieren. In jedem der achtzehn übereinandergetürmten Module befinden sich Ventilatoren, die Luft ansaugen. Diese strömt durch ein speziell behandeltes Filtermaterial auf Zellulose-Basis. Wie ein Schwamm nimmt der Filter CO2-Moleküle auf, bis er gesättigt ist. Um ihn wieder zu aktivieren, wird der Filter unter Vakuum gesetzt und auf 95 Grad erhitzt. Die nur lose anhaftenden CO2-Moleküle lösen sich von der Oberfläche und werden zwischengespeichert. Der nächste Zyklus kann beginnen.

Der grosse Vorteil der Direct-Air-Capture-Technologie bestehe darin, dass man das CO2 direkt vor Ort gewinnen könne, sagt Wurzbacher. Alles, was man brauche, seien günstige Wärme und Strom, der möglichst aus regenerativen Energiequellen stammen sollte. Als zukünftige Abnehmer sieht Wurzbacher neben Gewächshäusern vor allem die Getränkeindustrie. Diese beziehe das CO2 zur Aufbereitung von Mineralwasser bis jetzt aus der chemischen Industrie. In abgelegenen Gegenden mit langen Transportwegen sei die Direct-Air-Capture-Technologie schon heute eine wirtschaftliche Alternative.